5 gute Gründe, Freiarbeit in dein Training aufzunehmen

Warum mir Freiarbeit am liebsten ist

Freiarbeit war mit Bolero lange nicht möglich, höchstens 10 Minuten Freies Spiel am Ende einer Trainingseinheit, damit er nochmal rennen kann. Aber so wirklich „Arbeit“? Nein, davon hätte ich nicht zu träumen gewagt. Ich habae es mir einfach nicht zugetraut.

Seitdem hat sich vieles geändert. Und in den letzten Tagen hat sich eine entscheidende Feststellung herauskristallisiert: Ich finde Freiarbeit besser als Arbeit am Seil/Langzügel/Longe/… – und das auch aus guten Gründen:

Das Pferd darf mehr mitentscheiden

Wenn du den Strick und das Halfter abmachst, dann zeigt das Pferd, was es wirklich will. Am Strick läuft es mit dir mit, weil du es so erzogen hast. Aber frei? Denkst du, dass dein Pferd dir gerne und freiwillig folgt? Wenn du den Strick abmachst, findest du genau das heraus.

Auch andere Lektionen wie Schulterherein oder einfach nur neben dir traben: Mit Strick kannst du den Pferdekopf aktiv lenken und beeinflussen, ohne geht das nur, wenn das Pferd mitmachen will und Spaß am Arbeiten hat. Und um Spaß am Arbeiten zu haben, muss es den Sinn hinter den Übungen verstehen: Was hat es davon?

Du hast beide Hände frei

Ein ganz wichtiger Faktor. Ich bin oft überfordert mit Strick, Gerte, Leckerlis und was sonst noch so alles in den Händen liegt. Ohne den Strick in der Hand hast du also auch mehr Platz für die wirklich wichtigen Dinge und präzisere Körpersprache, zum Beispiel auch mal mit zwei Gerten für genauere Signale.

Du stärkst die Bindung

Na klar, wer regelmäßig mit seinem Pferd frei arbeitet und dabei genau auf dessen Reaktionen achtet, der findet viel darüber heraus und festigt auf Dauer die Beziehung zwischen Mensch und Pferd.

Du lernst, deine Körpersprache präzise zu nutzen

Wie sagst du deinem Pferd ohne Zügel oder Strick, dass es doch bitte mal seitwärts gehen soll? Sich stellen oder biegen soll? Rückwärts gehen soll? Anhalten soll?

Freies Arbeiten ist eine super Übung, um deine Körpersprache zu verfeinern und damit die Kommunikation zwischen dir und deinem Pferd auf ein neueres Niveau zu bringen. Arbeite mit Stimme, verschiedenen Hand-, Arm- oder Beinbewegungen, verschiedenen Körperhaltungen, Energien, Gertenpositionen etc. Du wirst schnell merken, wie vielseitig diese Kommunikation ist und wie anpassungsfähig und aufmerksam dein Pferd.

Du musst ein Nein akzeptieren

Wenn dein Pferd während der Freiarbeit stehen bleibt, sich umdreht oder einfach losrennt, dann hast du keine Chance. Deshalb solltest du Freiarbeit nur in abgegrenzten Bereichen machen, damit dein Pferd im Falle des Falles nicht über alle Berge ist. Wenn ihr beide ein wenig Übung habt, dann könnt ihr die Sessions auch Stück für Stück ins Freie bewegen.

Beim Longieren oder bei der Bodenarbeit reicht oft eine leichte Parade, um das Pferd vom Stehenbleiben oder auch vom Losrennen abzuhalten. In der Freiarbeit kannst du schlecht Paraden geben. Was zählt sind Stimme, Körpersprache und Energie. Und wenn du bis dahin immer ehrlich mit dir und deinem Pferd warst und es mit dir arbeiten will, dann wirst du solche Probleme kaum haben, versprochen.

In diesem Sinne einen schönen Tag.

PS: Den letzten Beitrag zur Freiarbeit und weshalb das lange nicht möglich war, findest du hier.

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